Rabbiner
Professor Dr. Walter Jacob, Präsident des Abraham
Geiger Kollegs Potsdam und Senior Scholar der Gemeinde
Rodef Shalom in Pittsburgh, wird für seine Verdienste um
den Wiederaufbau des liberalen Judentums in Deutschland
mit dem diesjährigen Israel-Jacobson-Preis der Union
progressiver Juden in Deutschland ausgezeichnet.
Die
Union progressiver Juden verleiht den
Israel-Jacobson-Preis seit 2001 alle zwei Jahre. Frühere
Preisträger waren Rabbiner Dr. Walter Homolka, Gouverneur
der Weltunion für progressives Judentum, und Rabbiner Uri
Regev, Generalsekretär der Weltunion für progressives
Judentum. Am 2. Mai 2005 wird Rabbiner Professor Dr.
Walter Jacob die Auszeichnung in der Bayerischen
Landesvertretung in Berlin überreicht.
Rabbiner
Jacob gehört zu den führenden Rabbinern der Vereinigten
Staaten, unter anderem als Präsident der Zentralkonferenz
Amerikanischer Rabbiner und Mitglied im Aufsichtsrat des
Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion.
Er
feiert 2005 seinen 75. Geburtstag und das Goldene
Ordinationsjubiläum. Rabbiner Jacob wurde in Augsburg
geboren, wo sein Vater Ernst Jacob Rabbiner der liberal
ausgerichteten jüdischen Einheitsgemeinde war. Sein
Großvater Benno Jacob, ein bedeutender jüdischer
Bibelkommentator, war liberaler Rabbiner in Dortmund. 1939
flüchtete die Familie in die USA, wo Walter Jacob zum
Rabbiner ordiniert wurde. Rabbiner Walter Jacob ist
Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und des
Päpstlichen Gregoriusordens.
Dem
Mitte der 90er Jahre eingeleiteten Wiederaufbau des
liberalen Judentums verlieh Rabbiner Walter Jacob
Anerkennung und Autorität. Als Oberrabbiner der Liberalen
jüdischen Gemeinde München Beth Shalom gründete er in
den USA die „Friends of the Union of Progressive Jews in
Germany, Austria and Switzerland“. Zu seiner
Aufbauleistung in Deutschland gehörte die Gründung des
Abraham Geiger Kollegs in Potsdam, des ersten
Rabbinerseminars in Deutschland nach der Schoa, dessen
Präsident er bis heute ist.
Der
in Halberstadt geborene Israel Jacobson, nach dem der
undotierte Preis benannt ist, hatte zu Beginn des 19.
Jahrhunderts den jüdischen Gottesdienst reformiert und
damit die Grundlage für das liberale Judentum in der Welt
gelegt. Heute bekennen sich zu dieser jüdischen Richtung
1,8 Millionen Jüdinnen und Juden.
Für
Rückfragen:
Dr.
Jan Mühlstein
Vorsitzender der
Union progressiver Juden in Deutschland
Tel. 0170/5402468