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Aufbauleistung
Rabbiner Walter Jacob erhält Israel-Jacobson-Preis

15.02.2005

Rabbiner Professor Dr. Walter Jacob, Präsident des Abraham Geiger Kollegs Potsdam und Senior Scholar der Gemeinde Rodef Shalom in Pittsburgh, wird für seine Verdienste um den Wiederaufbau des liberalen Judentums in Deutschland mit dem diesjährigen Israel-Jacobson-Preis der Union progressiver Juden in Deutschland ausgezeichnet.

Die Union progressiver Juden verleiht den Israel-Jacobson-Preis seit 2001 alle zwei Jahre. Frühere Preisträger waren Rabbiner Dr. Walter Homolka, Gouverneur der Weltunion für progressives Judentum, und Rabbiner Uri Regev, Generalsekretär der Weltunion für progressives Judentum. Am 2. Mai 2005 wird Rabbiner Professor Dr. Walter Jacob die Auszeichnung in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin überreicht.

Rabbiner Jacob gehört zu den führenden Rabbinern der Vereinigten Staaten, unter anderem als Präsident der Zentralkonferenz Amerikanischer Rabbiner und Mitglied im Aufsichtsrat des Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion.

Er feiert 2005 seinen 75. Geburtstag und das Goldene Ordinationsjubiläum. Rabbiner Jacob wurde in Augsburg geboren, wo sein Vater Ernst Jacob Rabbiner der liberal ausgerichteten jüdischen Einheitsgemeinde war. Sein Großvater Benno Jacob, ein bedeutender jüdischer Bibelkommentator, war liberaler Rabbiner in Dortmund. 1939 flüchtete die Familie in die USA, wo Walter Jacob zum Rabbiner ordiniert wurde. Rabbiner Walter Jacob ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und des Päpstlichen Gregoriusordens.

Dem Mitte der 90er Jahre eingeleiteten Wiederaufbau des liberalen Judentums verlieh Rabbiner Walter Jacob Anerkennung und Autorität. Als Oberrabbiner der Liberalen jüdischen Gemeinde München Beth Shalom gründete er in den USA die „Friends of the Union of Progressive Jews in Germany, Austria and Switzerland“. Zu seiner Aufbauleistung in Deutschland gehörte die Gründung des Abraham Geiger Kollegs in Potsdam, des ersten Rabbinerseminars in Deutschland nach der Schoa, dessen Präsident er bis heute ist.

Der in Halberstadt geborene Israel Jacobson, nach dem der undotierte Preis benannt ist, hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts den jüdischen Gottesdienst reformiert und damit die Grundlage für das liberale Judentum in der Welt gelegt. Heute bekennen sich zu dieser jüdischen Richtung 1,8 Millionen Jüdinnen und Juden.

Für Rückfragen:

Dr. Jan Mühlstein
Vorsitzender der
Union progressiver Juden in Deutschland
Tel. 0170/5402468

Hintergrundinformationen
zur Union progressiver Juden in Deutschland, zum liberalen Judentum und zu Israel Jacobson finden Sie unter
http://www.liberale-juden.de