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Das Ende eines Dauerkonfliktes innerhalb
der jüdischen Gemeinschaft Sachsen-Anhalts strebt ein
Verhandlungsvorschlag an, der am Sonntag der
Landesregierung und dem orthodox geführten
'Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt'
übermittelt wurde. Der seit zwölf Jahren in der
Öffentlichkeit und vor den Gerichten ausgetragene Kampf
der 1996 gegründeten reformjüdischen 'Synagogengemeinde
zu Halle' für eine „gerechte Beteiligung an den
Zuschüssen des Landes“ soll damit endlich einer
belastungsfähigen Lösung zugeführt werden.
Das Verhandlungsangebot beansprucht u.a.
für die Zukunft eine Pauschalquote von zehn Prozent der
Landeszuschüsse. Darüber hinaus fordert es eine
abschließende Regelung der in die Millionen gehenden
Altschulden des Landesverbandes gegenüber der
Synagogengemeinde zu Halle. Das Oberverwaltungsgericht
Magdeburg hatte nach einem Prozessmarathon am 11.
November 2004 letztinstanzlich entschieden (A
2 S339/98), dass die liberale Gemeinde zu Unrecht
von den Zuschüssen ausgeschlossen wurde. Zu ihren
besonders wichtigen Verhandlungsanliegen gehört
schließlich, ein eigener jüdischer Friedhof. Die
Verstorbenen der Synagogengemeinde Halle ist ein
Begräbnis auf dem bestehenden jüdischen Friedhof
verwehrt.
„Es ist höchste Zeit für ernsthafte
Verhandlungen!“, betonte am Montag der Vorsitzende der
halleschen Synagogengemeinde Karl Sommer. Da der vor
zwei Jahren vereinbarte neue Staatsvertrag weder Frieden
gebracht, noch Vertrauen in die Repräsentanten des
Landesverbandes Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt
begründet habe, sei es besser, wenn die orthodox und die
liberal geprägten jüdischen Gemeinden getrennte
Vertretungen unterhalten. Die 'Synagogengemeinde zu
Halle' und die 'Jüdische Gemeinde Bernburg' hätten sich
deshalb am 23. Januar 2008 zu einer eigenen
Dachorganisation zusammen geschlossen: dem
'Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden von
Sachsen-Anhalt'. Er werde künftig neben dem "alten"
Landesverband als Partner der Landesregierung auftreten.
Die werde ersucht, dem neuen Landesverband und der
Synagogengemeinde zu diesem Zweck die Rechte von
Körperschaften des öffentlichen Rechts zu verleihen.
Zahlungen an die liberalen jüdischen Gemeinden sollte
nur noch der neue Landesverband erhalten.
Damit streitige
Fragen künftig nicht mehr vor Gericht ausgetragen werden
müssen, regt der Landesverband der Israelitischen
Kultusgemeinden gemeinsame Konsultations- und
Schlichtungsinstitutionen an.
Der
Verhandlungsvorschlag der Synagogengemeinde zu Halle
wird von der nationalen Organisation der liberalen
Juden, der 'Union progressiver Juden in Deutschland'
nachdrücklich unterstützt. Karl Sommer: „Wir hoffen,
einen Impuls gegeben zu haben, den unseligen Streit zu
beenden“.
Gez. Karl Sommer,
Vorsitzender der Synagogengemeinde zu Halle
und des
Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden von
Sachsen-Anhalt |