Sachsen-Anhalts
Kultusministerium will den Staatsvertrag mit den
jüdischen Gemeinden des Landes aus dem Jahr 1994 ändern.
Nach den Erfahrungen der vergangenen 18 Monate sehe er
dazu keine Alternative, sagte Staatssekretär Winfried
Willems in einem Gespräch mit MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT.
Die nötigen Änderungen sollen demnach bald auf den Weg
gebracht werden.
Reaktion
auf Landesrechnungshof
Vor zwei Jahren hatte der
Landesrechnungshof (LRH) in den jüdischen Gemeinden in
Halle, Magdeburg und Dessau finanzielle
Unregelmäßigkeiten gerügt. Danach sollen unter anderem
zu hohe Gehälter gezahlt, Dienstreisen falsch abgerechnet
und Fördergelder zweckwidrig eingesetzt worden sein.
Nach den Worten des
Staatssekretärs haben nun zwar der Landesverband und die
jüdischen Gemeinden Magdeburg und Dessau schriftlich
erklärt, sich regelmäßigen Prüfungen durch den LRH zu
unterziehen. Die Gemeinde in Halle aber habe sich
"überhaupt nicht bewegt". Sie räume weiterhin
das Prüfungsrecht nicht ein, habe keines der gerügten
Probleme behoben und glaube offenbar, man könne diese
Sache aussitzen.
Präzisiert werden müsse im
Staatsvertrag deshalb, wer künftig Vertragspartner des
Landes sein solle und wie die öffentlichen Gelder
verteilt werden. Es könne nicht sein, dass sie vor allem
für Personal- und Verwaltungskosten aufgewendet würden
und nicht für die Pflege der jüdischen Kultur und
Religion. Als den wichtigsten Punkt bezeichnete Willems
jedoch die jährliche Prüfung der Finanzen durch eine
unabhängige Prüfeinrichtung.
Quelle:
MDR.DE
Nachrichten / Sachsen-Anhalt, 25.03.2005