Magdeburg
(KNA). Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz
(parteilos) will den neuen Staatsvertrag mit den
jüdischen Gemeinden noch vor der Landtagswahl am 26.
März abschließen. Aus seiner Sicht sei das Abkommen
ausgehandelt, erklärte Olbertz am Freitag auf Anfrage in Magdeburg.
Der Vertrag soll den Verteilungsschlüssel für die
Landeszuschüssen an die jüdischen Gemeinden neu
festschreiben.
Anlass
für die Reform ist der Streit zwischen dem Landesverband
der Jüdischen Gemeinden und der Synagogengemeinde Halle
über die Verteilung der Staatsleistungen. Derzeit
erhalten nur die orthodox geprägten Gemeinden Halle,
Magdeburg und Dessau die staatlichen Zuschüsse, nicht
aber die liberale Synagogengemeinde Halle. Nach einem
Urteil des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg hat aber auch
die liberale Gemeinde einen Anspruch auf Zuschüsse. Die
Staatsleistungen des Landes Sachsen-Anhalt betragen rund
eine Million Euro jährlich. Der Zentralrat der Juden in
Deutschland hatte sich als Vermittler in die Verhandlungen
eingeschaltet. Der bisherige Staatsvertrag galt bei
Abschluss 1994 als beispielhaft für ganz Deutschland.
Synagogengemeinde
will zwei Millionen Euro vom Landesverband
Die
Synagogengemeinde Halle fordert vom Landesverband der
Jüdischen Gemeinden eine Nachzahlung in Höhe von rund
zwei Millionen Euro. Der Landesverband hatte die
Weiterleitung der staatlichen Zuschüsse nach wenigen
Monaten mit der Begründung eingestellt, die
Synagogengemeinde lege keine Mitgliederliste vor.
Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen
Führungskräfte des Landesverbandes wegen Veruntreuung
von Fördermitteln.
wil/gor/cas
Quelle:
Agenturmeldung - Katholische Nachrichtenagentur