Halle/Magdeburg (epd). In Sachsen-Anhalt hat sich ein zweiter
jüdischer Landesverband gegründet. Der am Freitag gebildete
"Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinde von Sachsen-Anhalt"
bestehe aus einer neuen Gemeinde in Bernburg und der liberalen
Synagogengemeinde in Halle, sagte der Hallenser Gemeindeleiter Karl
Sommer am Montag dem epd. Er selbst sei zum Vorsitzenden des
Verbandes gewählt worden. In Sachsen-Anhalt besteht seit 1994 ein
Landesverband mit drei orthodox geprägten Gemeinden und 1.800
Mitgliedern.
Die Gründung sei der einzig mögliche Weg, den "Dauerstreit"
innerhalb der "jüdischen Landesgemeinschaft" zu beenden, betonte
Sommer. Für den neuen Verband strebe er eine Anerkennung als
Körperschaft des öffentlichen Rechts an. Ziel sei es, wegen der
fehlerhaften Weitergabe von öffentlichen Geldern durch den älteren
"Landesverband der Jüdischen Gemeinden" eine direkte Zahlung der
Staatsleistungen an den neuen Verband zu erreichen. Dazu seien ein
eigener Staatsvertrag mit der Landesregierung oder eine Reform des
Abkommens nötig. "Wir wollen eine Beteiligung mit den gleichen
Rechten und Pflichten wie der andere Verband", sagte Sommer.
(22.1.2008)
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